Bürgerinitiative · Forum Peine

Was am 13. Mai gesagt wurde

120 Bürger im Forum Peine. Der damalige Geschäftsführer Dirk Brozio stellt die Pläne der Betreiberfirma vor – drei zentrale Aussagen, unsere Antwort und sieben Fragen, die offen blieben. (Inzwischen ist Martina Haacke Geschäftsführerin der Betreiberfirma.)

Vortrag 13. Mai 2026

Untergrund offen

„Die Deponie ist zum Untergrund hin nicht abgedichtet. Alle Polder, auch der bewachsene Polder 1 direkt am Kanal, sind nicht zum Untergrund hin abgedichtet. Das Material befindet sich aktuell teils im Grundwasserbereich."

Vortrag im Forum Peine, 13.05.2026 · PAZ 17.05.2026

Grundwasser kontaminiert

„Das Grundwasser im Bereich der Deponie ist mit Schadstoffen kontaminiert."

Konkret genannt: Arsen, Blei, Bor, Cyanid, Sulfat, Ammonium, PAK, Phenole, BTEX-Aromate – „viele giftig und krebserregend". Unsere eigene Grundwasser-Untersuchung in Berkum ergab dagegen unbedenkliche Werte – mehr dazu.

Vortrag im Forum Peine, 13.05.2026 · PAZ 17.05.2026

Brozios Plan

„Wir wollen die alte Peiner-Träger-Deponie zum Grundwasser hin abdichten und das Gelände dann als neue Deponie für mineralische Abfälle nutzen."

Dirk Brozio · PAZ 10.05.2026

Unsere Antwort: Sanierung ja, neue Deponie nein

Ja – genau deshalb wäre die Sicherung längst überfällig. Die alte Halde der Peiner Träger versickert seit Jahrzehnten ins Grundwasser. Der jetzige Eigentümer, die Peiner Träger GmbH (eine Tochter der Salzgitter AG), ist verpflichtet, sie endlich zu sichern. Eine Versiegelung wurde 2010 schon einmal begonnen und 2012 abgebrochen – sie muss zu Ende geführt werden.

Aber das rechtfertigt keine neue 30-Meter-Deponie obendrauf. Der offizielle Projektname lautet „Sanierung der Altablagerung sowie Errichtung und Betrieb einer DK II-Deponie". Das „sowie" ist der Trick: aus der Sanierungspflicht wird ein kommerzielles 20-Jahre-Geschäft mit Bau-Schutt aus rund 150 km Umkreis.

Wir fordern: die Altdeponie sichern, Punkt. Keine neue Deponie. Keine 35 Meter. Kein Bauschutt aus Hannover, Wolfsburg oder dem Harz.

Sieben Fragen, die offen blieben

  1. Wo ist die vollständige Stoffliste nach DepV Anhang 4? Brozio nennt 80 % Boden/Steine/Beton/Fliesen mit gefährlichen Stoffen, dazu Asbestplatten, ölhaltige Bohrschlämme, Erdölraffinerie-Abfälle, Rost-/Kesselaschen, Schlacken (PAZ 17.05. Frage 3) – eine geschlossene Stoffliste mit Mengenanteilen fehlt.
  2. Welche Sicherheitsleistung nach DepV § 18 wurde vom Land Niedersachsen festgesetzt? Wer haftet bei Insolvenz des Betreibers in 30, 50, 80 Jahren Nachsorge?
  3. Wie sieht die LKW-Schwankung konkret aus? Brozio: „Im Schnitt 20 LKW pro Tag – das können auch mal 5 oder 30 sein" (PAZ 17.05. Frage 8). Welche Belastungsspitzen sind realistisch?
  4. Welche neue B65-Zufahrt soll kommen? Drei Optionen genannt: Solschen–Peine (unübersichtlich), gegenüber Rodeberg, beim Langen Damm (PAZ 17.05. Frage 9) – keine ist entschieden. Update Juli 2026: Die Betreiber-Webseite nennt inzwischen zwei Zufahrtspunkte an der B65 und bevorzugt den Knotenpunkt B65/K31.
  5. Werden alle Grundwasser- und Luftmessberichte öffentlich (UIG-Auskunftsrecht)?
  6. Welche Notfallpläne existieren für Brand, Leckage und Staubaustrag während der Aufgrabung?
  7. Warum kein Ausgleichsfonds für Hausbesitzer? Brozio: „Nein. Das ist nicht vorgesehen. Es sei ohnehin unklar, ob durch die Deponie ein Wertverlust der Häuser zu erwarten sei." (PAZ 17.05. Frage 12)

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Quelle: Informationsveranstaltung HK-Rohstoff & STRABAG Umwelttechnik im Forum Peine, 13.05.2026 – sowie Berichterstattung der Peiner Allgemeinen Zeitung (Volker Macke) vom 10., 14., 16. und 17.05.2026.