Betroffen sind Berkum, Handorf, Rosenthal, Schwicheldt und Teile von Peine – die Deponie liegt mitten zwischen uns. Zur Karte →
Die zugesagte Abdeckung der alten Deponie wurde 2010 begonnen – und 2012 abgebrochen. Statt sie endlich zu Ende zu führen, sollen jetzt rund 900.000 Kubikmeter neuer Abfall aufgeschüttet werden, darunter krebserregender Asbest. Warum wird nicht einfach gesichert, wie es längst genehmigt ist?
Die alte Peiner-Träger-Deponie an der B65 liegt seit den 1990er Jahren still. Statt sie endgültig zu sichern, soll auf die Altlasten ein bis zu 35 Meter hoher Berg aus rund 900.000 Kubikmetern Abfall aufgeschüttet werden – darunter Asbest. Laufzeit: mindestens 20 Jahre.
Das nächste bewohnte Haus steht rund 330 Meter entfernt in Handorf; betroffen sind außerdem Berkum, Rosenthal, Schwicheldt und Teile von Peine. Zur Karte →
Details zum Vorhaben: Betreiber, Fläche, Herkunft der Abfälle
Verantwortlich ist die HK Rohstoff & Umwelttechnik GmbH & Co. KG (Geschäftsführerin: Martina Haacke) – eine gemeinsame Tochter der STRABAG und der Bettels-Gruppe aus Hildesheim. Planung: Ingenieurbüro Born/Ermel. Der offizielle Projektname lautet „Sanierung der Altablagerung sowie Errichtung und Betrieb einer DK II-Deponie" – beides parallel.
Die Deponiefläche misst rund 11 Hektar; insgesamt müssen etwa 14 Hektar Wald und Brache gerodet werden. Eingelagert werden sollen mineralische Abfälle – Bauschutt, Gips, Teer und Asbestplatten – geliefert aus einem Umkreis von rund 150 Kilometern, also aus ganz Niedersachsen, Bremen und Teilen Nordrhein-Westfalens.
Ein 35-Meter-Asbestberg für Berkum, Handorf und Peine
Lieber hören als lesen? Die Folge erklärt in wenigen Minuten, worum es bei der geplanten Reaktivierung wirklich geht – und was eine 30 Meter hohe Halde aus belastetem Material für Berkum, Handorf und Peine bedeuten könnte.
🤖 KI-generierter Podcast. Inhalte auf Basis der Berichterstattung der Peiner Allgemeinen Zeitung (Volker Macke); die Sprecherstimmen im Audio sind synthetisch.
Juli 2026 · Vorort-Termin mit der Presse
Neues Banner, neue Webseite – und was beide verschweigen
An der Deponie hängt ein großes Banner: „Ein Altstandort wird auf den neuesten Stand gebracht – offen, transparent, sicher.“
Viel „Sanierung“ – aber kein Wort von der neuen Deponie mit 900.000 Kubikmetern Abfall, darunter Asbest. Wir haben die Webseite des Betreibers Aussage für Aussage geprüft: 13 Zitate und unsere Fragen dazu.
Der Betreiber begründet sein Vorhaben mit einer Grundwasser-Gefahr, hält seine Messwerte aber unter Verschluss. Unsere eigene Untersuchung in Berkum ergab unbedenkliche Werte – und beim Ortstermin räumte er selbst „keinen akuten Handlungsbedarf" ein. Statt 700.000 m³ aufzubaggern: abdichten von oben. Mehr zur Vorgeschichte →
Belastet über die eigene Deponieklasse
Öffentlich ist von „ausschließlich mineralischen Abfällen" die Rede. Der Behörde schreibt der Betreiber, ein Teil der Altschlämme überschreite die Grenzwerte der Deponieklasse II – und genau dieses Material soll aufgebaggert und wieder eingebaut werden. Der Beleg im Faktencheck →
Staub und Asbest
Über Jahre soll Schutt aufgeschüttet werden – dass auch Asbest kommt, hat der Betreiber bestätigt. Bei Westwind weht der Staub direkt über Handorf Richtung Peine; die Hitzewelle im Juli 2026 mit ihren Gewitterböen hat gezeigt, wie schnell ausgedörrtes Material in alle Richtungen verweht würde.
Eingriff in die Landschaft
Rund 14 Hektar Wald und Brache sollen weichen – darunter vier Hektar Laubwald, über Jahrzehnte zu einem seltenen Biotop geworden. Die Peiner Biologische Arbeitsgemeinschaft hat beim Ortstermin rechtliche Schritte angekündigt.
Sichtbarer Eingriff über Generationen
„Das wird so hoch, dass es über die Baumwipfel an den Wegen und am Kanal herausragen wird – so einen Klotz gibt es bisher im ganzen Landkreis nicht", warnt Landwirt Henning Kolshorn.
Wertverlust für Hausbesitzer
Die dauerhafte Nähe zu einer Klasse-II-Deponie mindert den Wert von Eigentum in den umliegenden Ortschaften erheblich. Einen Ausgleichsfonds lehnt der Betreiber ab: „Nein. Das ist nicht vorgesehen." (Brozio, PAZ 17.05.2026)
Wer zahlt, wenn der Betreiber pleitegeht?
Mindestens 20 Jahre Betrieb, danach mindestens 30 Jahre Nachsorge: So lange muss jemand für Sickerwasser und Abdichtung geradestehen. Betreiberin ist eine GmbH & Co. KG, deren Haftung auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt ist. Wie hoch die Bürgschaft ist, die das Land dafür verlangt, ist bis heute nicht öffentlich.Unsere Fragen zur Sicherheitsleistung →
So sieht so eine Deponie im Betrieb aus
Der Betreiber zeigt nur den fertigen, begrünten Hügel. Der Alltag über mehr als 20 Jahre sieht anders aus: offene Schüttflächen, Bagger, LKW und Staub – so wie hier.
KI-generiertes SymbolbildBeispiel Ihlenberg: Was aus so einem Standort werden kann
Was aus einem anfangs als Bauschutt-Standort dargestellten Gelände werden kann, zeigt der Fall Ihlenberg bei Schönberg: 1979 offiziell als Deponie für Bauschutt, Schlacke und Asche begonnen, heute mit rund 13 Mio. m³ einer der größten Sondermüllberge Europas.
Die Behörde muss alternative Standorte prüfen. Die historische Vorbelastung ist kein Freifahrtschein – der sicherste Ort liegt nicht neben Wohngebieten.
3
Sichern statt aufgraben
Statt die ruhenden Altlasten aufzugraben: die Oberflächenabdichtung endlich zu Ende führen – so wie 2015 behördlich angeordnet.
4
Biotop erhalten
Das über Jahrzehnte entstandene Natur- und Waldareal am Mittellandkanal muss unberührt bleiben.
5
Sicherheit hinterlegen, bevor gebaut wird
Sicherungs- und Nachsorgekosten müssen in voller Höhe und insolvenzfest hinterlegt sein, bevor eine Genehmigung erteilt wird – damit im Ernstfall nicht die Allgemeinheit zahlt.
Auf dem Laufenden bleiben: Wer die Petition unterschreibt, wird per E-Mail über Termine und Einwendungsfristen informiert.
Informieren: Sprechen Sie mit Nachbarn, Familie und Freunden über die Pläne.
Sichtbar werden: Banner und Aushänge sind auf Anfrage erhältlich.
Kontakt aufnehmen: Schreiben Sie uns – wir bündeln Ihre Bedenken und tragen sie ins Verfahren.
Wo das Verfahren gerade steht
Beim Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig (Behördenleiterin Dr. Petra Artelt) läuft die Raumverträglichkeitsprüfung. Eine Flächennutzungsplanänderung steht in 6–9 Monaten an – spätestens dann ist die Politik gefordert. Bis zur möglichen Inbetriebnahme rechnet HK-Rohstoff mit mindestens 2 bis 5 Jahren. Im formellen Planfeststellungsverfahren nach KrWG wird es ein offenes Einwendungs-Fenster geben – das ist die entscheidende Frist.
Die Unterschriftenliste ausdrucken, ausfüllen und bis 26.11.2026 an die Bürgerinitiative zurücksenden (Anschrift steht auf dem Bogen). Bitte nur einmal unterschreiben – entweder online oder auf Papier.
Berkum sagt NEIN zur Deponie – sagen auch Sie NEIN zur Ungewissheit.
Das Genehmigungsverfahren entscheidet sich in den kommenden Monaten. Je mehr Menschen jetzt unterschreiben, desto deutlicher das Signal an die Behörden. Die Petition richtet sich direkt an:
Gewerbeaufsichtsamt Braunschweig
Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
Stadtrat Peine
Wer unterschreibt, bleibt informiert. Über openPetition halten wir die Unterzeichner per E-Mail auf dem Laufenden – zu Terminen, Einwendungsfristen, Aktionen vor Ort und Behörden-Entscheidungen.
In einem Haushalt kann jede volljährige Person einzeln unterschreiben – jede Stimme zählt für sich.
„Gesundheitsschutz vor Profit: Stoppt die Deponiepläne in Berkum!"